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Titus

Der Titusbrief (Tit)

Übersicht: Aufriß des Tit

Literarischer Charakter

Ein Vergleich mit dem 1Tim zeigt, dass es sich auch beim Tit um eine amtliche briefliche Instruktion an eine Einzelperson handelt.

Inhalt des Briefes

Das ausführliche Präskript (1,1-4) nennt Titus, einen engen Mitarbeiter des Apostels, als Adressaten. Er hat sich vor allem um das Verhältnis zwischen dem Apostel und der Gemeinde in Korinth verdient gemacht (vgl. 2Kor).

"Paulus" hat ihn auf Kreta zurückgelassen, damit er die dortigen Gemeindeverhältnisse abschließend regelt (1,5-16). Vor allem soll er Presbyter einsetzen. Ab V.7 geht der Presbyterspiegel dann in einen Bischofsspiegel über. Kandidaten für diese Ämter müssen unbescholten sein. Bei den Presbytern wird das ausdrücklich auch auf die Kinder ausgedehnt. Die Irrlehrer soll Titus zum Schweigen bringen. Sie müssen streng zurechtgewiesen werden, damit ihr Glaube wieder gesund wird. "Sie beteuern, Gott zu kennen, durch ihr Tun aber verleugnen sie ihn; es sind abscheuliche und unbelehrbare Menschen, die zu nichts Gutem taugen." (1,16)

Anweisungen für ältere und jüngere Männer, Frauen und Sklaven folgen (2,1-15). Sie werden ausdrücklich als der gesunden Lehre entsprechend bezeichnet. Motivation für das Tun der Christen ist das Gnadenhandeln Gottes.

Die Christen sollen sich der Obrigkeit unterordnen und freundlich und gütig zu allen Menschen sein (3,1-7). Auch dieses Verhalten wird damit begründet, dass Gott die Christen, die einstmals in die Irre gingen, durch die Taufe gerettet hat. Sie haben in ihr die Erneuerung durch den Heiligen Geist erfahren.

Titus wird gemahnt, für dieses Wort einzutreten. Ein Häretiker, der zweimal ermahnt worden ist, kann nur noch gemieden werden. Er spricht sich durch seine Sünde sein eigenes Urteil (3,8-11).

Schlussparänese, knappe Grüße und ein Gnadenwunsch schließen das Schreiben ab.

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