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Joel

Joël

Datierung

Auch von dem Propheten Joël ("JHWH ist Gott") ist außer dem Namen nichts bekannt. Die Datierung des Buches war sehr umstritten, seit alters sah man in Joël einen vorexilischen Kultpropheten (wohl wegen der Einordnung zwischen Hosea und Amos). Doch sprachliche und inhaltliche Gründe haben dazu geführt, das Buch in das frühe 4. Jh. v.Chr. einzuordnen. Gelegentlich wird vorgeschlagen, die Kap. 1-2 von 3-4 abzutrennen, ein älterer Grundtext sei dann später erweitert worden. Diese These hat sich nicht durchgesetzt.

Aufbau

Der Masoretische Text hat das Buch in vier, die LXX und Folgeübersetzungen dagegen in drei Teile untergliedert, wobei 3,1-5 zu 2,28-32 und 4,1-21 zu 3,1-21 wurden.

Inhalt

Der Inhalt des Buches ist leicht wiederzugeben: Anläßlich einer Dürre- und Heuschreckenplage wird zu einer Volksklage aufgerufen (1,1-2,17). Die Heuschreckenplage gilt dabei nach Amos 7,1-3 als Zeichen des kommenden Tages JHWHs. Darauf erfolgt JHWHs Verheißung, die Not zu wenden (2,18-27). Kap. 3+4 weissagen dann die Ausgießung des Geistes Gottes über alles Fleisch; der Tag JHWHs wird kommen und das Weltgericht bringen. Das Gericht wird Heil über diejenigen bringen, die zu Gott umkehren, Unheil dagegen vor allem über die Völker. Die Feinde werden für immer besiegt, Juda und Jerusalem dagegen für immer besiedelt werden. In diesem Umfeld wird auch die Umkehrung des bekannten Satzes aus Micha 4,3 ("Schwerter zu Pflugscharen") formuliert, 4,10: "Schmiedet eure Pflugscharen zu Schwertern und eure Rebmesser zu Spießen!" An jenem Tage wird es zum Kampf der Völker kommen, für den sich Israel wappnen muss.

Sprache und Vorstellungswelt des Buches Joël stehen beispielsweise den Kapiteln Jes 24-27 nahe, weisen also schon zur Apokalyptik hinüber. Zur Apokalyptik passt auch, dass Bibelstellen (so Ps 42,4-11 in 2,17) auf die Zukunft hin ausgelegt werden.

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