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Habakuk

Habakuk

Thema

Das Buch des Habakuk (wohl ein Name für ein Gewächs) ist ebenfalls gegen eine Großmacht gerichtet, gegen die die Chaldäer (= Babylonier) zu Felde ziehen werden. Wahrscheinlich sind auch hier die Assyrer die angesprochenen Gegner. Wenn man die Habakuk-Weissagungen für echte Prophezeiungen halten kann, würde sich daraus als möglicher Zeitpunkt für die Datierung die Zeit um 600 erschließen lassen. Wieder ist der Umfang exilisch-nachexilischer Zufügungen umstritten. Auch das Buch Habakuk ist wohl kultisch verwendet worden.

Wichtige Einzeltexte

Hab 1 setzt ein mit einer Klage des Propheten über die furchtbaren Zustände, die Gewalttaten der Großmacht, gegen die JHWH die Chaldäer entbieten wird. 1,12-17 klagt Habakuk dann aber darüber, dass Gott das eine Übel mit einem noch größeren austreibt, worauf JHWH in 2,1-5 antwortet. Diese Antwort läuft auf V. 4 zu: "… der Gerechte wird wegen seiner Festigkeit/ Treue (אֱמוּנָה, ’āmûnâ) Gott gegenüber am Leben bleiben" (vgl. Jes 7,9). Darin ist eingeschlossen, dass sich auch die Großmacht als gerecht zu erweisen hat, will sie bestehen. Zur besonderen Wirkungsgeschichte dieses Verses vgl. Röm 1, Gal 3 und den Habakuk-Päschär aus Qumran. 2,6ff. sind dann Weherufe, die unter verschiedenen Blickwinkeln gegen die kommende Großmacht gerichtet sind. Kap. 3 bietet als Gebet des Propheten einen Theophaniepsalm, durch den das von Gott in 2,1-5 angekündigte Eingreifen beschrieben wird. Dieses Kapitel fehlt in dem Qumran-Kommentar zum Buch; es ist aber nicht zu entscheiden, ob es zufällig weggebrochen ist oder ob der Psalm erst später hinzugefügt wurde.

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