9 1 Gott meiner Väter und Herr des Erbarmens, der du alle Dinge durch dein Wort geschaffen
2 und den Menschen durch deine Weisheit bereitet hast, damit er herrschen soll über die Geschöpfe, die von dir gemacht wurden,
3 und die Welt in Heiligkeit und Gerechtigkeit regieren und mit aufrichtigem Herzen Gericht halten soll:
4 Gib mir die Weisheit, die bei dir auf deinem Thron sitzt, und verwirf mich nicht aus der Schar deiner Kinder.
5 Denn ich bin dein Knecht und der Sohn deiner Magd, ein schwacher Mensch, der nur ein kurzes Leben hat und dem es an Einsicht fehlt für Recht und Gesetz.
6 Denn selbst wenn einer unter den Menschenkindern vollkommen wäre, so wird er doch nichts gelten, wenn ihm die Weisheit fehlt, die von dir kommt.
7 Du hast mich erwählt zum König über dein Volk und zum Richter über deine Söhne und Töchter;
8 du gebotest mir, einen Tempel zu bauen auf deinem heiligen Berge und in der Stadt, in der du wohnst, einen Altar, ein Abbild des heiligen Zeltes, das du schon von Anfang an bereitet hast.
13 Denn welcher Mensch erkennt den Ratschluss Gottes? Oder wer kann ergründen, was der Herr will?
14 Denn die Gedanken der sterblichen Menschen sind armselig und unsre Vorsätze hinfällig.
15 Denn der vergängliche Leib beschwert die Seele, und die irdische Hütte drückt den viel überlegenden Geist nieder.
16 Wir erfassen kaum, was auf Erden ist, und begreifen nur schwer, was wir in Händen haben. Was aber im Himmel ist, wer hat es erforscht?
17 Und wer hat deinen Ratschluss erkannt? Es sei denn, du hast Weisheit gegeben und deinen Heiligen Geist aus der Höhe gesandt.
18 Und so wurden die Erdenbewohner auf den rechten Weg gebracht und die Menschen in dem unterwiesen, was dir gefällt,
19 und durch die Weisheit errettet.
